Der Lärmschutz hat Priorität

Die Erweiterungspläne der Schmid GmbH in Simmerberg nehmen eine weitere Hürde. Der Bebauungsplan, den der Gemeinderat einhellig für gut befindet, geht auf Anregungen und Befürchtungen der Anlieger ein

 

Die Pläne der Schmid GmbH, ihren Firmenstandort in Simmerberg zu erweitern, haben eine weitere Hürde genommen. Der Gemeinderat hat den sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan gebilligt, der den Bau einer neuen Halle nordöstlich der bestehenden Gebäude ermöglichen soll. Jetzt haben Behörden, Verbände und Bürger das Wort.

Letztere konnten sich bereits bei einem Vor-Ort-Termin im April äußern. Und deren Bedenken sind in den jetzt vom Planungsbüro Sieber vorgelegten Entwurf eingeflossen. Insbesondere der Lärmschutz spielte dabei eine große Rolle. Das Plangebiet umfasst insgesamt 2,66 Hektar. Dies schließt die derzeitige Bebauung ein. Auf der Fläche nordöstlich davon soll eine neue Halle entstehen, in denen die Firma den Metallbau und die Pulverbeschichtung konzentrieren will. Aber auch die Verwaltung und Sozialräume sind hier geplant.

Zusätzlich ist der Bau eines Parkdecks vorgesehen. Über 200 Mitarbeiter sind schon jetzt bei Schmid in Simmerberg beschäftigt. Deren An- und Abfahrt waren bei der schalltechnischen Untersuchung des Planungsbüros ebenso ein Thema wie die An- und Auslieferung. Hier hatten Nachbarn Bedenken insbesondere mit Blick auf nächtliche Lkw-Fahrten geäußert.

Der Bebauungsplan sieht mehrere Maßnahmen zur Lärmvermeidung vor. So dürfen zwischen 22 und 6 Uhr nur einmal stündlich Lkw auf dem Betriebsgelände fahren. Dabei muss es sich um lärmarme Fahrzeuge handeln, wie sie Schmid bereits im Fuhrpark hat. Rangierfahrten mit entsprechenden „Pieps-Geräuschen“ bei Rückwärtsfahren soll es nicht mehr geben. Dazu ist eine Umfahrung des neuen Gebäudes vorgesehen, sodass Lkw nicht mehr wenden müssen. Das eigentliche Be- und Entladen findet künftig hinter einem der Bestandsgebäude statt – und damit abgewandt von der umliegenden Bebauung. Im Zufahrtsbereich des Schmid-Grundstückes sind die Lärmschutz-Auflagen dennoch nicht einzuhalten. Hier ist deshalb der Bau einer Lärmschutzwand vorgeschrieben.

Auch den ökologischen Ausgleich für die neu bebaute Fläche regelt der Bebauungsplan. So ist eine Dachbegrünung der neuen Halle vorgesehen. Zudem soll es Streuobstwiesen geben – teilweise auf der Grundstücksfläche selbst, teilweise nahe des Simmerberger Kreisels.

Den Gemeinderat hat der Bebauungsplan überzeugt: Alle Mitglieder stimmten für den Entwurf. Der Plan wird für Bürger auch öffentlich ausgelegt.

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